Initiativen und Positionspapiere
Initiativen
In den letzten Jahren verpflichtete sich eine wachsende Zahl an Institutionen und Projekten, den Open-Access-Gedanken weiterzutragen und durch Aufrufe und Deklarationen bzw. deren Unterzeichnung zu unterstützen.
Das Open Society Institute (OSI) erklärte im Februar 2002 in der Budapester Open Access Initiative (BOAI), "seine Ressourcen und seinen Einfluss geltend [zu] machen, um institutionelle Bemühungen des Self-Archiving weiter zu fördern und um bei der Gründung alternativer Zeitschriften und bei deren Bemühen um finanzielle Sicherung zu helfen." Mitte März 2010 hatten 5.200 Einzelpersonen und 529 Institutionen die BOAI unterschrieben.
Das Bethesda Statement on Open Access Publishing vom Juni 2003 weist zunächst mit Blick vor allem auf die Biomedizin auf die Notwendigkeit hin, wissenschaftliche Forschungsergebnisse schnell und effizient zu verbreiten, und hebt die Möglichkeit (und die Pflicht) hervor, wissenschaftliche Ergebnisse, Ideen und Entdeckungen entgeltfrei mit der Scientific Community und der Öffentlichkeit zu teilen.
Das EU Projekt European Cultural Heritage Online (ECHO) fördert den Open-Access-Gedanken durch eine eigene Policy (Charter of ECHO) und unterstützt wissenschaftliche und kulturelle Institutionen und Projekte in Europa in ihren Anstrengungen, das kulturelle Erbe Europas frei zugänglich zu machen.
Die Unterzeichnenden der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, die im Oktober 2003 auf den Weg gebracht wurde, fordern, das Internet für die wissenschaftliche Kommunikation und Publikation konsequent zu nutzen. Bis März 2010 unterstützten mehr als 270 Institutionen aus der ganzen Welt die Forderung der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.
Ein weiteres, die Open-Access-Bewegung unterstützendes Projekt ist z.B. die Scholarly Publishing & Academic Resources Coalition (SPARC), eine Allianz von Akademien, Universitätsbibliotheken und Forschungsorganisationen, die kostengünstige Alternativen zu den herkömmlichen Publikationsstrategien fördert und entwickelt.
Von führenden internationalen Wissenschaftsorganisationen wurde Anfang des Jahres 2007 die Petition for guaranteed public access to publicly-funded research results an die Europäische Kommission initiiert. Die Unterzeichnenden drücken gegenüber der Europäischen Kommission ihre Unterstützung bei der Umsetzung von Open Access im wissenschaftlichen Publikationswesen aus und fordern die Kommission auf, ihre bisherigen Bestrebungen zur Förderung von Open-Access-Publikationen zu intensivieren. Die Petition wurde von über 28.000 Einzelpersonen und Institutionen unterzeichnet (Stand März 2010).
In ihren im April 2008 veröffentlichten Empfehlungen der Europäischen Kommission zum Umgang mit geistigem Eigentum spricht sich die Europäische Kommission stark für Open Access aus. Die Kommission empfiehlt ihren Mitgliedstaaten "die weite Verbreitung von Wissen, das mit öffentlichen Mitteln geschaffen wurde, zu fördern, indem Schritte für einen offenen Zugang zu Forschungsergebnissen angeregt werden, wobei gegebenenfalls der Schutz des betreffenden geistigen Eigentums zu ermöglichen ist" (S. 4).
Darüber hinaus bekennen sich immer mehr Universitäten zum Open-Access-Gedanken und ermöglichen auf ihren Repositorien die entgeltfreie Archivierung sowie den freien Zugriff auf wissenschaftliche Dokumente.
In dem Verzeichnis Registry of Open Access Repository Material Archiving Policies (ROARMAP) finden Sie eine Übersicht über institutionelle Selbstverpflichtungen und Policies zu Open Access.
Weitere Positionspapiere und Stellungnahmen
- Berlin Ad hoc Symposium Two Roads to Open Access
- Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD): Declaration on Access to Research Data from Public Funding (Punkt 17)
- Berlin 3 Open Access: Progress in Implementing the Berlin Declaration on Open Access
- Berlin 4 Open Access: From Promise to Practice
- Hochschulrektorenkonferenz: Hochschulleitungen diskutieren Aktionsprogramm zu Open Access
- Empfehlung der Hochschulrektorenkonferenz: Zur Neuausrichtung des Informations- und Publikationssystems der deutschen Hochschulen
- Statement der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA)
- Europäische Kommission: Grundsatzpapier
- In einer Resolution zu Open Access - Chancen für den Zugang zum Wissen für alle vom 28.6.2007 positioniert sich die Deutsche UNESCO-Kommission zum Open-Access-Gedanken.
- Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen: Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz-Partnerorganisationen
Broschüre: Open Access - Positionen, Prozesse, Perspektiven (PDF, 871 KB) - Empfehlungen der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko)
zu einer Open Access–Politik der Universitäten
Forschungsorganisationen
- Helmholtz-Gemeinschaft: Beschluss der Mitgliederversammlung zur Umsetzung der Berliner Erklärung
- Max-Planck-Gesellschaft: Statement des Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Pressemitteilung, Open-Access-Aktivitäten eDoc Server
- Fraunhofer-Gesellschaft: Open-Access-Policy, Volltextserver Fraunhofer-ePrints
- Leibniz-Gemeinschaft: Informationspapiere des Arbeitskreises Open Access
- Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften: Telota - the electronic life of the academy
- European Research Advisory Board EURAB
- Die Akademien der Wissenschaften Schweiz unterstützen die Umsetzung von Open Access. Open Access ist einer von ihren vier Schwerpunkten (Stand März 2010).
- Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW): Empfehlungen der SAGW an ihre Mitgliedgesellschaften für die Umsetzung von Open Access
Förderorganisationen
- Deutsche Forschungsgemeinschaft: Open Access Richtlinien, Positionspapier Elektronisches Publizieren
- Die Volkswagenstiftung unterstützt Open-Access-Publikationen
- Der FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich): Open Access Policy bei FWF-Projekten
- Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF): Weisung betreffend Open Access zu Forschungspublikationen aus vom SNF geförderten Forschungsprojekten
- Wellcome Trust: Open and Unrestricted Access to the Outputs of Published Research
- Europäischer Forschungsrat, European Research Council (ERC): Open-Access-Richtlininien
- National Institutes of Health (NIH): Public Access Policy
- EUROHORCs (European Heads of Research Councils): Empfehlungen zu Open Access
Verzeichnisse der Open-Access-Policies der Förderorganisationen finden Sie unter:
- SHERPA/JULIET Research funders' open access policies.
- BMC-Verzeichnis von BioMed Central, unterteilt in Länder
Fachgesellschaften
- Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
- Diskussionspapier der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
- The International Mathematical Union / Committee on Electronic Information and Communication: Recommendations on Information and Communication (August 2002); hier insbesondere: Call to All Mathematicians to Make Publications Electronically Available. IMU Executive Committee on May 15, 2001.
Universitäten
Eine Übersicht der Hochschulen, die Open-Access-Policies unterzeichnet haben, findet sich im Registry of Open Access Repository Material Archiving Policies (ROARMAP). Darüber hinaus positionieren sich viele Universitäten auf ihren Webseiten zu Open Access.
















